Rechtsgrundlagen
für die Durchführung von Regal-Inspektionen

Speziell in Deutschland führt eine diffuse Informationspolitik zu einer gewissen Unsicherheit bei den Betreibern von Regalanlagen. Wir möchten Ihnen deswegen hier einen Überblick über die rechtlichen Grundlagen geben.

Da das Copyright für die Inhalte der DIN EN 15635 beim Beuth-Verlag liegt, dürfen wir zu Ihrer Information leider keine Text-Auszüge aus der Norm veröffentlichen.

Die Betriebsicherheitsverordnung dagegen steht Ihnen unter diesem Link beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales als PDF-Dokument zum Download zur Verfügung.

(Ein Klick auf eine der folgenden Fragen öffnet die jeweilige Rubrik)

Was regeln Betriebssicherheitsverordnung und DIN EN 15635?

Die Rechtsgrundlage für die Durchführung von Prüfungen an technischen Arbeitsmitteln ist in Deutschland in der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) geregelt. Somit regelt sie auch die Prüfung von Regalen und Lagereinrichtungen durch einen Regalprüfer bzw. Regalinspekteur nach dem Normenentwurf der DIN EN 15635 und den Berufsgenossenschaftlichen Richtlinien BGR 234.

Die Europäische Norm DIN EN 15635:2009-08, Deutsche Fassung EN 15635:2008, bietet – entgegen teilweise anders lautender Angaben – hierfür keine Rechtsgrundlage. Sie beinhaltet vielmehr neben benutzerbezogenen Aspekten Empfehlungen für Inspektionen (Regalprüfer bzw. Regalinspekteur) und Schadensbeurteilungen von Lagereinrichtungen und Regalen.

Regalanlagen sowie deren Einrichtungen gelten als Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Daher muss gemäß § 3 BetrSichV der Arbeitgeber auch für Regalanlagen eine Gefährdungsbeurteilung erstellen (lassen) und gemäß § 10 entsprechend den ermittelten Fristen die Regalanlage durch eine befähigte Person überprüfen lassen.

Die DIN EN 15635 unterscheidet hier zwischen der wöchentlich durchzuführenden Sichtkontrolle (Art. 9.4.2.2) und der sogenannten Experteninspektion (Art. 9.4.2.3), die in Abständen von nicht mehr als 12 Monaten von einer fachkundigen Person (Regalprüfer / Regalinspekteur) durchzuführen ist. Während die wöchentliche Inspektion, sofern hierfür geeignetes innerbetriebliches Personal zur Verfügung steht, Sie selbst durchführen lassen können, sind für die Experteninspektion spezielle Fachkenntnisse erforderlich, über die nur Personen verfügen, die auf der Grundlage der DIN EN 15635 ausgebildet wurden und darüber einen Prüfnachweis vorlegen können.

Unsere Regalinspekteure besitzen diesen Prüfnachweis. Sie haben eine hohe Kenntnis der Belange der Lagertechnik durch eine langjährige Berufserfahrung erworben und sind in einer mehrtägigen Schulung in einem anerkannten Institut nach DIN EN 15635 ausgebildet und zertifiziert.

Werden Inspektionen von Lagereinrichtungen und Regalen entsprechend der DIN EN 15635 ausgeführt, sind damit auch die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung erfüllt.

Wer veranlasst die Prüfung?

Die Prüfung der technischen Arbeitsmittel ist grundsätzlich vom jeweiligen Betreiber zu veranlassen. Dabei liegt es in seiner Verantwortung, wen er mit dieser Prüfung beauftragt. Allerdings muss er beachten, dass die entsprechende Person eine so genannte „befähigte Person” im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung ist.

Dies gilt insbesondere dann, wenn er im eigenen Betrieb tätige Personen mit einer Inspektion (z.B. von Regalen) beauftragt. Hierbei muss sichergestellt sein, dass diese Personen ihre Beurteilung neutral und unbeeinflusst von persönlichen, wirtschaftlichen oder betrieblichen Interessen abgeben können.

Welche Anforderungen
werden an Regalprüfer/Regalinspekteure gestellt?

Die Anforderungen an so genannte „befähigte Personen” sind in der Betriebssicherheitsverordnung in der DIN EN 15635 klar beschrieben.

Nach § 2 Abs. 7 der Betriebssicherheitsverordnung darf als „befähigte Person” tätig werden, wer durch seine Berufsausbildung, seine Berufserfahrung und seine zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Prüfung des betreffenden Arbeitsmittels (z.B. Regale) verfügt.

Damit kann als Regalprüfer bzw. Regalinspekteur tätig werden, wer

  • auf Grund seiner fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausreichende Kenntnisse auf dem betreffenden Sachgebiet hat
  • mit den einschlägigen staatlichen Arbeitsschutzvorschriften (z.B. Betriebssicherheitsverordnung, BGR  234, Gerätesicherheitsgesetz, Maschinenverordnung),
  • den Unfallverhütungsvorschriften und
  • den allgemein anerkannten Regeln der Technik (z.B. BG-Regeln, DIN-Normen)

soweit vertraut ist, dass er den arbeitssicheren Zustand des betreffenden Arbeitsmittels beurteilen und dokumentieren kann.

Unsere Regalinspekteure besitzen diesen Prüfnachweis. Sie haben eine hohe Kenntnis der Belange der Lagertechnik durch eine langjährige Berufserfahrung erworben und sind in einer mehrtägigen Schulung in einem anerkannten Institut nach DIN EN 15635 ausgebildet und zertifiziert.

Regalprüfer bzw. Regalinspekteure müssen

  • ihre Beurteilungen neutral und unbeeinflusst von persönlichen, wirtschaftlichen oder betrieblichen Interessen erstellen,
  • den augenblicklichen Zustand des Arbeitsmittels bewerten,
  • berücksichtigen, wie sich das Arbeitsmittel und seine Konstruktionsteile im späteren Betrieb unter betriebsmäßigen Bedingungen verhalten und
  • beurteilen, wie sich z.B. Verschleiß oder Alterung auf die Sicherheit auswirken können.
Wird eine förmliche (=behördliche) Anerkennung
von Regalprüfern gefordert?

Weder in der Betriebssicherheitsverordnung noch in der DIN EN 15635 ist eine Forderung auf eine förmliche (behördliche) Anerkennung der Regalprüfer bzw. Regalinspekteure oder der von ihnen durchgeführten Arbeiten durch irgendeinen Verband oder einer Institution bzw. Behörde enthalten oder vorgesehen. Im Übrigen würde dies auch den europäischen Prinzipien bezüglich der Dienstleistungsfreiheit widersprechen.

Auch die Überlegungen des Verbands der Lagertechnik und Betriebseinrichtung, dass die im Verband zusammengeschlossenen Lagertechnik-Hersteller über ihre Regalinspekteure nur die Regale aus eigener Produktion prüfen, entbehren somit nicht nur jeder Grundlage.

Dies hätte zudem eine absurde Konsequenz: Betriebe, die Regalsysteme mehrerer Hersteller im Einsatz haben, müssten für jedes System einen anderen Regalinspekteur bei dem entsprechenden Hersteller anfordern.

Was ist an Regalen zu prüfen?

Was an Regalen und in welcher Weise zu prüfen ist, wird in der DIN EN 15635 genau festgelegt.

    Einige Prüfpunkte sind:

  • Abgleich des Regalaufbaus mit den Herstellerspezifikationen.
  • Kontrolle auf lot- und waagerechtes Aufstellen innerhalb der gültigen Toleranzen.
  • Abgleich der tatsächlichen Belastung mit den zulässigen Lastangaben.
  • Kontrolle auf Beschädigungen oder Verformungen nach den in der DIN  EN  15635 festgelegten Kriterien.
  • Überprüfung auf Einhaltung von Sicherheitsabständen und Freiräumen der Lasteinheiten.
  • Überprüfung auf unzulässige, überlastete oder falsch eingesetzte Lastträger.
  • Überprüfung auf Vorhandensein und Funktionsfähigkeit von Sicherheitseinrichtungen die über die BetrSichV von der BGR 234 und DIN EN 15635 gefordert werden. Z. B. Sicherungen gegen Herabfallen von Ladeeinheiten und Lagergut (BGR 234 Art. 4.2.4)

Ergänzend hierzu regelt das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz, dass den Betreibern seitens der Hersteller für eine Gefährdungsbeurteilung alle erforderlichen Informationen zur Verfügung gestellt werden müssen. Nur so können sie Gefahren, die ohne entsprechende Hinweise nicht unmittelbar erkennbar sind, beurteilen und sich dagegen schützen.

ANMERKUNG: Der Einsturz des gesamten beschädigten Regals bzw. eines Teils davon erfolgt nicht unbedingt sofort, sondern kann sich über einen Zeitraum von einigen Stunden oder gar Tage erstrecken. Die Zeit vom Anfangsschaden bis zum Einsturz hängt von der Stärke der Beschädigung eines Bauteils, der Stelle des Schadens, der Tragfähigkeit und der tatsächlichen Last auf dem Bauteil usw. ab. Fast alle Schäden an Lagereinrichtungen, die mit Paletten bestückt sind, werden von Fördergeräten verursacht, die sich in bzw. um die Lagereinrichtung herum bewegen. Die meisten Schäden entstehen durch direkte Zusammenstöße von Gabelstaplern oder von Stößen von Paletten, die von Staplern bewegt werden. Jeder Schaden vermindert die Tragfähigkeit eines Regals zu einem gewissen Grad, wodurch die Sicherheitsreserven angetastet werden. Benutzer sollte sich dieser Situation bewusst sein und die Notwendigkeit der sorgfältigen Überwachung der Regalanlage einsehen, damit sichergestellt ist, dass sämtliche Schäden entdeckt und unverzüglich und angemessen behandelt werden.

Konsequenz

Zur Inspektion von Regalanlagen sind keine herstellerspezifischen Kenntnisse nötig. Die Norm DIN EN 15635 gilt nach ihrer Verabschiedung in allen zur EG gehörenden Mitgliedstaaten in gleicher Form – also auch in Ländern ohne Verbände von Regalherstellern oder sonstige Interessengemeinschaften.

Sie brauchen eine
schnelle Information?

Telefon: 05 11 / 51 42 67
Mobil: 01 70 / 52 90 53 1
Fax: 05 11 / 51 26 80
E-Mail: info@abelatec.de

Förmliche Anerkennung von Regalinspekteuren nicht erforderlich

Entgegen anders lautender Informationen gibt es keine rechtliche Grundlage für die förmliche Anerkennung von Regalinspekteuren durch Verbände, Institutionen oder Behörden.
Mehr >

Komplette Inspektionen aus einer Hand sparen Zeit und Geld

Wir prüfen sämtliche Regal-Systeme, auch unbekannter oder ausländischer Hersteller – bei laufendem Betrieb.
Mehr >

Verantwortung für Inspektionen liegt beim Betreiber

Inspektionen müssen in Abständen von nicht mehr als 12 Monaten durchgeführt werden. Das regelt die Betriebssicherheitsverordnung.
Mehr >